Faszinierende Klangfarben
Zu "Roseaux" des französischen Komponisten Patrice Sciortino sprach Ulrich Büsing von seiner Begeisterung für dessen Musik: "Ich habe ihn in Paris besucht, ein im hohen Alter sehr vitaler Mann." Entsprechend vital gelang die Realisierung des 1983 geschriebenen Werks mit seinen faszinierenden Klangfarben. Spannung baut sich auf, bricht ab, und dann generieren die Klänge eine pastose Farbpalette mit getupften oder geschnarrten Tönen und rasanten Läufen. Dabei spielen die tiefen Frequenzen der Kontrabassklarinette eine besondere Rolle. Stimmung und Zeitelemente wurden in der virtuosen Darbietung zu einem assoziationsreichen Miteinander.
Als Hochkaräter ihres Fachs überzeugten Büsing, Wolf und Hurt auch bei einer Wiener Komposition des jungen Ludwig van Beethoven (1770-1827). Sein ursprünglich für zwei Oboen und Englisch Horn geschriebenes Trio op. 87 hat Büsing für drei Bassetthörner bearbeitet. Dynamisch perfekt abgestuft musizierten die drei Bläser schnelle und langsame Tempi bis hin zum leichtgewichtigen Finale.
Seine Flexibilität bewies BlattArt bei den folkloristisch betonten Stücken für zwei Violinen von Bela Bartók, die Büsing überaus stilsicher für drei Bassetthörner umgestaltet hat. Orientalismen, ein Schreittanz zur Hochzeit, eine wilde bäuerliche Burleske, ein triststimmungsvoller "Abschied von der Braut", und schließlich die zündende Kolomejka mit ihrem punktierten Rhythmus - hinreißend musikantisch!
Ein humorvoll interpretierter "Dudelsack" erheiterte als Zugabe.