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Presse

Gießener Anzeiger vom 22.06.2026

Duo ImPuls begeistert in der Basilika mit Flöte und Marimbafon

von Heiner Schultz

Flötistin Katharina Schröter und Schlagwerker Johannes Walter als Duo ImPuls auf dem Schiffenberg. © Heiner Schultz

Das Duo ImPuls spielte am Sonntag in der Basilika auf dem Schiffenberg. Die Flötistin und der Marimbafon-Spieler erhielten langen Applaus für ihr makelloses Konzert.

Gießen – Als Hochgenuss erwies sich das Gastspiel des Duos ImPuls am Sonntag in der Basilika. Die Flötistin Katharina Schröter und der Marimbafon-Spieler Johannes Walter spielten eine interessante Auswahl von Werken, die für ihr Duo arrangiert oder sogar komponiert waren. Dabei glänzten beide durch herausragende musikalische Leistungen und emotionale Überzeugungskraft. Das Publikum in dem historischen Konzertsaal zeigte sich rundum begeistert: ein Volltreffer.

Katharina Schröter unterrichtet an der Hochschule für Musik Würzburg und tritt selbst bevorzugt in kammermusikalischen Ensembles auf. Johannes Walter ist als 1. Schlagzeuger Mitglied des Philharmonischen Orchesters Freiburg, und spielte stets auch in verschiedenen Rockbands. „Sie sind in Süddeutschland hochbeliebt und bestens bekannt. Wir hoffen, dass sich das nun auch im Rest des Landes ergibt“, sagte der Vorsitzende Dieter Lindheimer zur Begrüßung.

Astor Piazzollas (1921–1992) „Histoire du tango“ zeigte sogleich die Richtung des Konzerts an. Eine tänzerische, wie schwebende Flöte wurde vom Marimbafon auch mit perkussiven Elementen begleitet. In Marin Marais’ (1656–1728) „Les folies d’Espagne“ war wohltuend barocker Charme zu spüren, Schröter lieferte feinste Präzision in der Artikulation. Zugleich vermittelte sie kraftvolle Emotion, die nachhaltig aufs Publikum übersprang – ein Glanzlicht.

Attraktiv war auch Alexej Gerassimez’ (geboren 1987) „Asventuras“, in dem Walter an Snaredrum und Tamburin ein faszinierendes Rhythmuspanorama und eine Vielzahl von Klangfarben vorstellte. Piazzollas „Café“ (1930) bot dann ein reizvolles, atmosphärisch prägnantes Marimbafon-Intro. Die tragende Flöte wurde bald temperamentvoll und von einem kontrastvollen Marimbafon-Intermezzo ergänzt. Ein weiterer Höhepunkt.

Besonders interessant war das von Finn Müller eigens für das Duo komponierte Werk „Movements“ in zwei Sätzen. Eine melancholische Flöte eröffnete, das Marimbafon fügte sich orgelartig hinzu. Der zweite Satz war etwas bluesig angelegt, wurde bald schneller, es gab präzise Unisono-Läufe, wobei das Marimbafon wie eine Bluesgitarre eingesetzt wurde. Klangliche I-Tüpfelchen kamen von der Piccoloflöte.

Die sehr gute Akustik in der Basilika ließ beide Instrumente glasklar zur Geltung kommen, was die famose musikalische Verbindung der Solisten zu einem großen Vergnügen werden ließ, auch in den hinteren Reihen. Das Duo erhielt langen Applaus für sein makelloses, gefühlsstarkes und abwechslungsreiches Konzert. Als Zugabe gab es dann noch einen sanften, schlagerhaften kleinen Tango.

 

 

Gießener Allgemeine vom 22.06.2026

Flöten in reizvoller Partnerschaft

Duo ImPuls beeindruckt beim Basilika-Konzert – Flöte und Schlaginstrumente im Einklang

Was lange währt, wird endlich gut. Dies galt für den Auftritt des Duos ImPuls im Rahmen der Basilika-Konzerte: Flötistin Katharina Schröter und Perkussionist Johannes Walter hätten ursprünglich schon im Vorjahr auf dem Schiffenberg musizieren sollen und nahmen nun mit außergewöhnlichen Arrangements und Originalkompositionen die Hörer für sich ein. Es war das erste Gastspiel des süddeutschen Duos in der Region und es bleibt zu hoffen, dass weitere folgen.

Vorzüglich zum Sommerwetter passte zu Beginn der schwungvoll-fröhliche Kopfsatz „Bordel 1900“ aus Astor Piazzollas Suite „Histoire du Tango“. Das Ehepaar machte auf Flöte und Marimbafon von wirkungsvollen Verzögerungen und Beschleunigungen Gebrauch. Im Verlauf wechselte Katharina Schröter von der großen Flöte zur Piccoloflöte.

Von Kontrasten im Bewegungscharakter lebte demgegenüber Marin Marais' Stück „Les Folies d'Espagne“. Die 1701 veröffentlichten, ursprünglich für Viola da gamba gedachten Variationen versprühten archaischen Charme, dabei verschmolzen die Flöte mit ihrem hellen Klangbild und das warme Marimbafon zu einer reizvollen Einheit.

Die unter dem Motto „La Danza“ stehende Matinee bot eine Vielfalt an Tanzformen. So basierte Maurice Ravels „Pièce en forme de Habanera“ auf dem afrokubanischen Tanz im Zweivierteltakt, vom Rhythmus ähnlich wie die Arie „L'amour est un oiseau rebelle“ aus Georges Bizets Oper „Carmen“. Zauberhafte südländische Atmosphäre machte sich hier breit.

Besonders zu loben ist, dass sich Perkussionist Johannes Walter nicht mit Marimbafon-Arrangements begnügte, darüber hinaus in Alexej Gerassimez' Stück „Asventuras“ (2011) die kleine Trommel zum Zug kommen ließ. Darin erzeugte er den Rhythmus erst durch Zusammenschlagen der Stöcke, dann durch das Spiel auf der Zarge und schließlich auf dem Fell. Die dynamisch fein differenzierte, im Timing akkurate Interpretation bereicherte das Programm um eine moderne Note.

Wieder auf unkomplizierte Bahnen zurück führte „Café 1930“, der zweite Satz aus der Piazzolla-Suite, in dem bis zum sanften Ausklang die leise Melancholie berührte.

Dem Glanz längst vergangener Zeiten spürte das Duo daraufhin in Henri Tomasis neoklassizistischer Komposition „Le Tombeau de Mireille“ (1958) für Piccoloflöte und Tamburin nach. Das jazzige Finale von Fynn Müllers „Movements for Movement“ sowie die Zugabe für Flöte und Marimbafon spendeten den beeindruckten Besuchern gute Laune für den Heimweg.  Sascha Jouini